K
P
Abbaye Valmagne

EnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish

Abbaye Sainte-Marie de Valmagne
 

Die Abbaye Sainte-Marie de Valmagne ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster bei Villeveyrac im Arrondissement Montpellier des Départements Hérault in der Region Languedoc-Roussillon in Südfrankreich, rund 13 km östlich von Pézenas, knapp 40 Kilometer nordöstlich von Béziers, etwa 30 Kilometer südwestlich des Zentrums von Montpellier und etwa 8 Kilometer nördlich des Étang de Thau.

Nach der Säkularisierung ging die Datei durch die Besitztümer verschiedener Familien und ist nun seit 160 Jahren in Besitz der Familie Henri - Amédée - Mercure de Turenne. Seitdem befindet sich das Kloster im Besitz derselben Familie. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es umfassend restauriert. Doch in unserer Zeit gestaltete sich der Unterhalt eines solchen Bauwerks immer schwieriger. Die Verantwortung für ein derartig einmaliges historisches und architektonisches Erbe ist faszinierend und beängstigend zugleich. Während des ganzen Jahres finden täglich Besichtigungen statt, Führungen durch die herrliche gotische Kirche und durch den lichtdurchfluteten Kreuzgang, Inbegriff mediterraner Schönheit und Heiterkeit und zugleich voll feierlicher,. Meditativer Ruhe.Sicher hat dieser Kreuzgang nichts mehr mit der geforderten Strenge des heiligen Bernhard gemein., sondern erinnert eher an exquisite toskanische Gärten. Die liebliche und südländische Atmosphäre verdankt Valmagne dem Einfluss seiner florentinischen Äbte, allen voran Pierre de Bonzi, die es verstanden, hier im Languedoc das Licht und die Linien und Formen entstehen zu lassen, die an die Landschaft Giottos erinnern.

 

 

Ohrenbetäubendes Wasserrauschen zieht den Besucher zum Griffouls-Brunnen, gegenüber dem Refektorium der Mönche. Er wird von einer achteckigen Galerie umgeben und von einer weiterarbeiten offenen Kuppel überdeckt. Hier vereinen sich Romanik und Poesie und verzaubern den Betrachter.

Besonderes Augenmerk verdient auch der Kapitelsaal, der mit einem weiten Kreuzgratgewölbe freitragend überdeckt wird, ohne von einem Mittelpfeiler unterstützt zu sein. (siehe dazu detaillierte Beschreibung im Abschnitt Bauwerke / Inneres)

Auf der Sitzbank des Kapitelsaals sind steinerne Fragmente ausgestellt, die Szenen einer Verkündigung, den Einzug in Jerusalem, einer Kreuzigung und einer Kreuzabnahme und andere erahnen lassen. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen diese Steine von einem Lettner, einer steinernen Schranke, die einst den Kirchenraum in einen Ostteil, der alleine den Mönchen vorbehalten war, und in einen Westteil für Laien und Laienbrüder. Dieser muss aber in der romanischen Kirche existiert haben, da der Chorumgang auch von Laien besucht werden durfte zur Verehrung der Reliquien in den Kapellen. Man vermutet, dass diese Bruchstücke für die Treppe gedient haben, die von der „Porte des Matines“ zum Dormitorium im Obergeschoss unmittelbar in den südlichen Querhausarm führte.

Das Mönchsrefektorium aus dem 17. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert sehr aufwändig renoviert. Es beeindruckt durch seine Größe wie auch durch seine Ausstattung, wie die hohen Kreuzrippengewölbe und den prachtvollen Renaissancekamin. der aus dem Château de Cavillargues stammt.

Das Kloster Valmagne steht seit dem 11. April 1947 unter Denkmalschutz des Kulturministeriums und wurde seit 1975 auch für Touristen geöffnet.

Seit 1980 sind fast alle Dächer der Bauwerke neu eingedeckt worden. Die Räumlichkeiten des Kardinals de Bonzi, die im 19. Jahrhundert Lagerräume waren, wurden zeitgemäß möbliert und dienen nunmehr als Wohnräume.

Valmagne ist seit über 200 Jahren ein bedeutendes Weingut. Seine Kirche wird auch deshalb "Kathedrale des Weins genannt.